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Jetzt OP-Termin für den Winter sichern: Warum der Spät­sommer der ideale Zeitpunkt ist

4. August 2026 5 min Lesezeit OA Dr. Philipp Reb, MSc

Im Sommer verschiebt fast jeder den geplanten Eingriff. Urlaub, Sport, Garten: Es passt gerade nie. Genau deshalb ist der Spät­sommer der richtige Moment, um eine Operation anzugehen, die ohnehin ansteht.

Ich spreche hier nicht von der frischen Verletzung nach einem Sturz, die sofort behandelt gehört. Ich spreche von den Beschwerden, die niemanden ins Spital zwingen und trotzdem jeden Tag stören: die Hand, die nachts einschläft. Der Finger, der morgens schnappt. Der Daumen, der beim Aufdrehen eines Glases sticht. Solche Eingriffe haben keinen fixen Termin, sie haben ein Zeitfenster. Und dieses Fenster lässt sich nutzen.

Planbar heißt nicht unwichtig

Bei einem Knochenbruch entscheidet die Uhr. Beim Karpal­tunnel­syndrom, beim schnellenden Finger, bei Rhizarthrose oder Morbus Dupuytren entscheiden Befund und Leidensdruck. Das verleitet dazu, die Sache Jahr für Jahr weiterzuschieben. Besser wird sie dadurch selten. Ein Nerv, der lange unter Druck steht, erholt sich nach der Operation langsamer als einer, der früh entlastet wird. Wer den Zeitpunkt wählen kann, sollte ihn auch wirklich wählen.

Was für den Spätsommer spricht

Vorlaufzeit
Zwischen Erstordination, Diagnostik und Operations­termin liegen mehrere Schritte. Wer im August beginnt, hat sie bis zum Herbst hinter sich, ohne Hektik.
Verband und Schiene
Ein Verband bei 30 Grad ist mühsam. Im Herbst stört er kaum, und der Verzicht aufs Schwimmen fällt nicht mehr ins Gewicht.
Weniger Verzicht
Rad, Klettern, Tennis, Garten: Diese Saisonen laufen im Herbst aus. Die Wochen, in denen Sie die Hand schonen, kosten Sie dann weniger.
Nachbehandlung
Ergo- und Physiotherapie brauchen regelmäßige Termine. Außerhalb der Ferienzeit lassen die sich verlässlich fixieren, und genau davon hängt bei vielen Eingriffen das Ergebnis ab.
Frühjahr
Wer im Herbst operiert wird, ist zum Saisonstart wieder belastbar, statt im Frühling erst anzufangen.

Zeitplan

Von der Abklärung bis zum Saisonstart

Wie sich ein planbarer Eingriff an der Hand über die kommenden Monate verteilt.

  1. August

    Abklärung

    Untersuchung und Ultraschall in der Ordination. Den Befund erkläre ich direkt am Bild. Bei Unsicherheit ist eine Zweitmeinung vor jeder Hand-OP sinnvoll.

  2. September, Oktober

    Der Eingriff

    Tagesklinisch, meist in Lokal- oder Regional­anästhesie. Sie verlassen die Klinik am selben Tag und schlafen zu Hause.

  3. Herbst

    Nachbehandlung

    Kontrolltermine, dazu je nach Eingriff Ergo- oder Physiotherapie. Die Belastung gebe ich schrittweise frei.

  4. Winter, Frühjahr

    Zurück im Alltag

    Kürzere Eingriffe sind längst ausgeheilt, aufwendigere rechtzeitig zum Start der neuen Sport- und Gartensaison.

Wie lange fällt die Hand wirklich aus?

Das ist die häufigste Frage in der Ordination. Alle folgenden Eingriffe führe ich tagesklinisch durch, Sie verlassen die Klinik am selben Tag. Was danach kommt, unterscheidet sich deutlich:

Ringband­spaltung beim schnellenden Finger
Rechnen Sie mit einer Ausfallzeit von etwa 2 Wochen.
Sehnenfach­spaltung
Etwa 2 Wochen, ähnlich wie bei der Ringband­spaltung.
Denervierung
Etwa 2 Wochen.
Karpal­tunnel­spaltung
2 bis 6 Wochen, je nach Verfahren und beruflicher Tätigkeit.
Fasziektomie bei Morbus Dupuytren
6 bis 8 Wochen. Die konsequente Nachbehandlung mit Physiotherapie und bei Bedarf einer Schiene beeinflusst das Ergebnis wesentlich.
Resektions­arthro­plastik bei Rhizarthrose
6 bis 8 Wochen, mit Daumenorthese und Ergotherapie.
Gelenksersatz
6 bis 8 Wochen. Ergotherapie und gezielte Bewegungs­übungen sind hier für das funktionelle Ergebnis besonders wichtig.

Das sind Richtwerte. Ob Sie einhändig am Laptop weiterarbeiten oder am Bau zupacken, macht einen erheblichen Unterschied. Den konkreten Verlauf bespreche ich mit Ihnen vor dem Eingriff.

Wann Sie nicht bis zum Herbst warten sollten

Planen heißt nicht zuwarten. Bei den folgenden Anzeichen gehört die Hand zeitnah untersucht, unabhängig von der Jahreszeit:

Lassen Sie abklären bei:

  • einer Hand, die jede Nacht einschläft
  • nachlassender Kraft beim Greifen oder einem schmäler wirkenden Daumenballen
  • einem Finger, der sich nicht mehr vollständig strecken lässt
  • Beschwerden, die innerhalb weniger Wochen deutlich zunehmen
  • jeder frischen Verletzung mit Schwellung, Fehlstellung oder anhaltendem Schmerz

Kosten und Organisation

Operiert wird am AUVA-Traumazentrum Lorenz Böhler oder in einem der Belegspitäler in Wien. Ich bin Wahlarzt, die Kosten der Operation besprechen wir vorab transparent. Bei privater Zusatz­versicherung ist häufig eine vollständige Rückerstattung möglich. Klären Sie das am besten vor dem Termin mit Ihrer Versicherung ab, dann bleibt in der Planung nichts offen.

"Bei planbaren Eingriffen gehört der Zeitpunkt zur Behandlung dazu. Wer den Spät­sommer nutzt, erholt sich in der ruhigen Jahreszeit und geht im Frühjahr wieder belastbar in die Saison."

– OA Dr. Philipp Reb, MSc

OA Dr. Philipp Reb, MSc

Wenn Sie eine Operation an Hand oder Hand­gelenk seit Längerem vor sich herschieben, klären wir in der Erstordination, ob sie überhaupt nötig ist und wann sie am besten passt. Manchmal lautet die Antwort auch: noch nicht.