Medizinisch geprüftDie medizinischen Inhalte dieser Seite wurden von OA Dr. Philipp Reb, MSc geprüft.
Denervierung
Auf einen Blick
Schmerz reduzieren, Gelenk erhalten
- Ambulant (WALANT)
- Lokalanästhesie
- Beweglichkeit bleibt
- Gezielte Schmerzausschaltung
Die Denervierung ist ein gelenkerhaltender Eingriff bei fortgeschrittener Arthrose am Handgelenk. Ich durchtrenne gezielt die schmerzleitenden Nervenäste (Rami articulares), die das Schmerzsignal vom Gelenk zum Gehirn leiten; das Gelenk selbst bleibt unberührt. So reduziere ich den Schmerz, ohne das Handgelenk zu versteifen oder zu ersetzen. Sinnvoll ist der Eingriff bei Arthrose, wenn konservative Therapien wie Infiltrationen oder Hyaluronsäure nicht mehr ausreichend helfen und Sie Ihre Beweglichkeit erhalten möchten.
Schritt für Schritt
Ablauf der Operation
Betäubung
Der Eingriff erfolgt unter Lokalanästhesie (WALANT, wide awake local anesthesia no tourniquet). Ich betäube nur die OP-Region, Sie bleiben wach und können die Hand aktiv bewegen.
Zugang
Über kleine Hautschnitte am Handgelenk stelle ich die schmerzleitenden Nervenäste dar. Das Gelenk selbst eröffne ich dabei nicht.
Durchtrennung
Ich identifiziere die Rami articulares, also die Nervenäste, die das Schmerzsignal vom Gelenk zum Gehirn leiten, und durchtrenne sie gezielt. Die Nerven für Tastsinn und Motorik bleiben intakt.
Vor dem Eingriff
Vorbereitung
Befunde
Bringen Sie aktuelle Röntgen- und MRT-Bilder zum Vorgespräch mit. So kann ich Ihre Arthrose und den Verlauf der Nervenäste gut beurteilen.
Medikamente
Besprechen Sie blutverdünnende Medikamente vorab mit mir. Gemeinsam klären wir das richtige Absetzschema.
Nüchternheit
Am OP-Tag müssen Sie nüchtern sein: mindestens sechs Stunden vor dem Eingriff weder essen noch trinken.
Begleitperson
Eine Begleitperson für den Heimweg ist sinnvoll. Bei WALANT (reiner Lokalanästhesie) können Sie meist selbst nach Hause, mit Begleitung ist es aber sicherer.
Gut zu wissen
Weitere Informationen
Aufenthalt
Die Denervierung führe ich tagesklinisch (ambulant) durch. Sie können die Klinik am selben Tag wieder verlassen.
Erholung und Ausfallzeit
Rechnen Sie mit einer Ausfallzeit von etwa 2 Wochen. Den genauen Verlauf bespreche ich mit Ihnen vor dem Eingriff.
Mögliche Risiken
Komplikationen sind selten. Wie bei jedem Eingriff gibt es Risiken wie eine Infektion oder eine Nachblutung. Ich bespreche diese im Aufklärungsgespräch mit Ihnen.
"Die Denervierung ist eine Option für Patienten, die ihre Handgelenkbeweglichkeit behalten wollen. Sie ersetzt nicht das Gelenk und versteift es nicht – sie schaltet den Schmerz aus."
– OA Dr. Philipp Reb, MSc
Therapieoptionen
Konservativ oder operativ?
Vor einer Denervierung schöpfe ich die konservativen Therapien aus: Infiltrationen (Cortison, Hyaluronsäure), Eigenbluttherapie (PRP) und Physiotherapie. Schreitet die Arthrose weiter fort, können später auch eine Versteifung (Arthrodese) oder ein Gelenkersatz (Endoprothese) in Frage kommen. Ich bespreche alle Optionen mit Ihnen in der Erstordination.
FAQ