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Fußball-WM 2026: Die häufigsten Hand- und Ellenbogen­verletzungen

23. Juni 2026 4 min Lesezeit OA Dr. Philipp Reb, MSc

Die Fußball-Weltmeisterschaft begeistert in diesem Sommer wieder Millionen Menschen, und viele zieht es nach den Spielen selbst auf den Platz. Sobald wieder mehr gespielt wird, steigt auch die Zahl der Verletzungen in meiner Ordination.

Ob beim Hobbykick im Park, im Verein oder beim Firmenturnier: Fußball gilt als Beinsport, doch ein überraschend großer Teil der Blessuren betrifft die obere Extremität. Als Teamarzt des Österreichischen Fußball-Bundes sehe ich diese Verletzungen sowohl im Spitzensport als auch im Breitensport, und die Mechanismen sind oft dieselben.

Warum Hand und Ellenbogen beim Fußball so oft betroffen sind

Die Verletzung passiert meist nicht am Ball, sondern beim Sturz. Wer das Gleichgewicht verliert, stützt sich reflexartig mit der ausgestreckten Hand ab. Die gesamte Wucht des Aufpralls läuft dann über Hand­gelenk, Unterarm und Ellenbogen. Bei Zweikämpfen, Grätschen oder Zusammenstößen kommen direkte Anpralltraumen dazu.

Die häufigsten Verletzungen im Überblick

Handgelenksbruch (distale Radiusfraktur)
Der klassische Sturz auf die ausgestreckte Hand. Typisch sind Schwellung, Fehlstellung und Schmerzen bei jeder Bewegung. Dieser Knochenbruch gehört immer ärztlich abgeklärt, da eine nicht korrekt verheilte Fraktur die Beweglichkeit dauerhaft einschränken kann.
Verstauchte oder gebrochene Finger
Ein abgespreizter Finger, der den Ball falsch trifft, oder ein Tritt auf die am Boden liegende Hand. Was harmlos aussieht, ist häufig eine Bandverletzung oder ein Knochenbruch.
Kahnbeinbruch (Skaphoidfraktur)
Eine tückische Verletzung. Die Schmerzen sind anfangs oft gering, weshalb viele zu lange zuwarten. Unbehandelt droht eine schlechte Heilung mit langfristigen Folgen für das Hand­gelenk.
Verletzungen am Ellenbogen
Vor allem Torleute landen bei Paraden hart auf dem Ellenbogen. Von der Prellung über den Schleimbeutel bis zur Bandverletzung reicht hier das Spektrum.

Soforthilfe

Die PECH-Regel nach dem Sturz

Pause, Eis, Compression, Hochlagern: die bewährte Erstversorgung, die bei einer frischen Verletzung die Schwellung begrenzt.

P

Pause

Belastung sofort stoppen und das Gelenk ruhigstellen.

E

Eis

Kühlen, um die Schwellung zu bremsen, aber nie direkt auf der Haut.

C

Compression

Ein leichter Druckverband begrenzt die Einblutung ins Gewebe.

H

Hochlagern

Die verletzte Extremität über Herzhöhe lagern, das entlastet zusätzlich.

Wann Sie ärztlichen Rat einholen sollten

Ein blauer Fleck heilt von selbst. Hellhörig werden sollten Sie jedoch bei den folgenden Anzeichen, dann gehört die Verletzung ärztlich abgeklärt:

Lassen Sie abklären bei:

  • deutlicher Schwellung am Hand- oder Ellenbogengelenk
  • einer sichtbaren Fehlstellung
  • anhaltenden Schmerzen über mehrere Tage
  • eingeschränkter Beweglichkeit
  • Verdacht auf einen Kahnbeinbruch: lieber einmal zu viel kontrollieren als eine Fraktur übersehen

Mit der Ultraschall­diagnostik kann ich Sehnen, Bänder und Gelenke direkt in der Ordination beurteilen und rasch entscheiden, ob weitere Schritte nötig sind.

Was der Spitzensport für Ihre Behandlung bedeutet

In der sportmedizinischen Betreuung zählt jeder Tag bis zur Rückkehr auf den Platz. Diesen Anspruch bringe ich in jede Behandlung ein, unabhängig vom sportlichen Niveau. Mein Ziel ist, dass Sie schmerzfrei und stabil wieder greifen, stützen und spielen können, mit der Therapie, die zu Ihrer Verletzung und Ihrem Alltag passt.

"Als Teamarzt des ÖFB sehe ich diese Verletzungen täglich, im Spitzensport wie im Breitensport. Die Mechanismen sind oft dieselben, und die richtige Erstversorgung entscheidet mit."

– OA Dr. Philipp Reb, MSc · Teamarzt des ÖFB

OA Dr. Philipp Reb, MSc

Wenn Sie sich beim Sport verletzt haben oder unsicher sind, wie ernst eine Blessur ist, vereinbaren Sie gerne einen Termin. Für frische Verletzungen halte ich kurzfristige Akuttermine frei.